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Strafbefehl

Der Strafbefehl ist ein gerichtlicher Beschluß mit dem eine Straftat geahndet wird. Im Gegensatz zu einem Strafurteil geht dem Strafbefehl keine (öffentliche) Hauptverhandlung voraus. Er wird durch die Staatsanwaltschaft beantragt und durch den zuständigen Richter (fast immer) allein auf der Basis seiner Aktenkenntnis erlassen. Die Möglichkeit einer Ahndung per Strafbefehl ist auf Vergehen beschränkt. Die per Strafbefehl zu verhängenden Rechtsfolgen sind gem. § 407 StPO beschränkt. Zwar kann sogar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr per Strafbefehl verhängt werden, dies ist jedoch nur zulässig, wenn der Angeklagte einen Verteidiger hat.

Neben der eigentlich mit dem Strafbefehl angestrebten Entlastung der Justiz kann ein Strafbefehl auch für einen Beschuldigten vorteilhaft gegenüber einem Urteil nach öffentlicher Hauptverhandlung sein. Besonders wenn der Tatvorwurf unbestreitbar feststeht, kann ein Verteidiger durch Gespräche mit der Staatsanwaltschaft und/oder dem Gericht Einfluß auf des Strafmaß nehmen und seinem Mandanten eine öffentliche Hauptverhandlung und damit Aufmerksamkeit ersparen. Gerade bei Personen die anderweitig öffentlich bekannt sind, kann das sehr sinnvoll sein.

Gegen Strafbefehle kann gem. § 410 StPO innerhalb einer Frist von zwei Wochen Einspruch eingelegt werden. Der Einspruch kann auf bestimmte Beschwerdepunkte beschränkt werden. Es kommt dann zu einer öffentlichen Hauptverhandlung in der über den Einspruch verhandelt wird.

Sofern lediglich die Höhe der Tagessätze einer verhängten Geldstrafe angegriffen wurde, kann das Gericht per Beschluß entscheiden.

Zur Entscheidung, ob man einen Strafbefehl akzeptiert, sollte man sich anwaltlich beraten lassen. Ein rechtskräftiger Strafbefehl gilt als vollwertige strafrechtliche Verurteilung und kann erhebliche Nebenfolgen haben, die dem Laien i.d.R.nicht bekannt sind. Unter solchen Umständen kann ein Akzeptieren des Strafbefehls falsch und das Anstreben eines Freispruchs oder einer Verfahrenseinstellung zwingend geboten sein. Es ist aber auch zu bedenken, dass bei einem Einspruch gegen einen Strafbefehl kein »Verböserungsverbot« gilt. Nach einer Verhandlung kann der Richter die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe erhöhen. Auch um dieses Risko abzuwägen, empfiehlt es sich,im Strafbefehlsverfahren den Rat eines Strafverteidigers einzuholen.

Andreas Boine

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Strafrecht, Dresden